Zukunft

Innenminister Alain Berset hat am 21. November 2012 die Leitlinien des Bundesrates für das Reformprojekt «Altersvorsorge 2020» den Medien vorgestellt. Damit legte er das Fundament für eine zukunftsfähige Altersvorsorge. Der Bundesrat verfolgt dabei einen gesamtheitlichen Ansatz, bei dem die Leistungen der 1. und der 2. Säule gemeinsam betrachtet und aufeinander abgestimmt werden. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse der Menschen. Sie müssen darauf vertrauen dürfen, dass ihre Renten nicht sinken und nachhaltig finanziert sind. Verschiedene Studien suchten Antworten auf die Herausforderungen, denen sich die schweizerische Altersvorsorge in den nächsten Jahren wird stellen müssen. Die Menschen leben immer länger, in ein paar Jahren kommen wiederum ausserordentlich geburtenstarke Jahrgänge ins AHV-Alter, und die Kapitalerträge liegen seit Jahren hinter den Erwartungen zurück. Das hat spürbare Konsequenzen für die beiden Säulen der Altersvorsorge. Die Kapitalreserven der AHV werden etwa ab dem Jahr 2020 kontinuierlich abnehmen. Die gesetzlich definierten Mindestleistungen der Pensionskassen sind nicht ausreichend finanziert. Gleichzeitig haben sich die Bedürfnisse der Menschen verändert: Nur noch etwa ein Viertel geht zum Zeitpunkt des AHV-Alters in Pension; die meisten wünschen oder benötigen flexiblere Lösungen für den Übergang in den Ruhestand.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier:
www.bsv.admin.ch

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) lanciert im Frühjahr 2013 die Volksinitiative «AHVplus». AHV-Rentnerinnen und AHV-Rentner sollen künftig von einem monatlichen Zuschlag in der Höhe von 10% profitieren, weil seiner Meinung nach viele Menschen im Alter nur ein ungenügendes Renteneinkommen erzielen. Ausserdem hinke die Rentenentwicklung immer mehr der Lohnentwicklung hinterher. Diese Rentenerhöhungen sind mit Kosten von 3,6 Milliarden Franken verbunden. Die Initiative macht zur Finanzierung keine Vorschriften. Als Finanzierungsquelle in Betracht kommen etwa die Erträge aus einer nationalen Erbschaftssteuer.

Die heute grösste Herausforderung – sowohl für die AHV als auch für die Berufliche Vorsorge – ist die langfristige Sicherung der Finanzierung von zu erwartenden Leistungen. Beide Vorsorgewerke sind zwar heute noch mehrheitlich finanziell gesund, aber aufgrund der demografischen Entwicklung, der stetig zunehmenden Lebenserwartung, der grossen Renteneintrittsgeneration der Babyboomer und insbesondere der rasch zunehmenden Alterung der Bevölkerung müssen diese wichtigsten Sozialwerke gestärkt werden, um die versprochenen Renten langfristig garantieren zu können.

Dazu stehen eine Vielzahl von (kombinierbaren) Massnahmen zur Verfügung, wie eine Erhöhung der Beiträge, die Vorverlegung des Sparprozesses in der Beruflichen Vorsorge (BV), ein späterer Eintritt ins Rentenalter, die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Einführung einer eidgenössischen Erbschaftssteuer, die Förderung der Erwerbstätigkeit älterer Personen (> 58 Jährig) usw.

Bei den Ergänzungsleistungen ist seit einigen Jahren eine deutliche Zunahme feststellbar. Vermutet wird dies einerseits durch die Pflegefinanzierung in Heimen. Ebenfalls könnten Kapitalbezüge in der Beruflichen Vorsorge (anstelle Rentenbezug) zu mangelndem Einkommen im Alter führen. Verschiedene politische Vorstösse verlangen hier Klarheit.

nach oben