Einkauf und Steuern

Einkauf

Einkäufe in die Vorsorge umfassen alle freiwillig einbezahlten Beiträge der versicherten Person sowie vom Arbeitgeber übernommene Eintrittsleistungen, welche zum Ziel haben, Deckungslücken zu schliessen.

Ein Einkauf ist maximal bis zur Höhe der vollen reglementarischen Leistungen möglich. Einkäufe dürfen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in Kapitalform bezogen werden. Gemäss aktueller bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind davon nicht nur die aus den Einkäufen resultierenden Leistungen sondern sämtliche Leistungen betroffen. Vor einem Einkauf müssen allfällige Vorbezüge für Wohneigentum zurückbezahlt sein.

Ausgenommen von diesen Einkaufsbegrenzungen sind die Wiedereinkäufe nach Ehescheidung und Auflösung der eingetragenen Partnerschaft.

Personen, welche aus dem Ausland in die Schweiz einreisen und erstmals einer Schweizer Vorsorgeeinrichtung angehören, dürfen während der ersten 5 Jahre pro Jahr einen Einkauf in der Höhe von maximal 20% des reglementarisch versicherten Lohnes tätigen.

Steuern

Die Steuerbestimmungen des BVG gelten für alle Vorsorgeverhältnisse, auch für diejenigen im überobligatorischen Bereich.

Steuerbefreiung der Vorsorgeeinrichtung
Soweit die Einkünfte und das Vermögen ausschliesslich der beruflichen Vorsorge dienen, sind die Vorsorgeeinrichtungen mit eigener Rechtspersönlichkeit von den direkten Steuern und der Erbschafts- und Schenkungssteuern befreit. Ausnahme bilden die Grundsteuern auf Liegenschaften.

Beiträge
Beiträge der Arbeitgeber gelten als Geschäftsaufwand. Die Beiträge der Arbeitnehmer und der Selbständigerwerbenden können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Sie müssen im Lohnausweis deklariert werden. In der Praxis wird oft der Brutto- und Nettolohn ausgewiesen. Andere Beiträge (namentlich die Einkäufe) werden den Versicherten von der Vorsorgeeinrichtung bescheinigt und dürfen ebenfalls in Abzug gebracht werden.

Leistungen
Die Leistungen der Vorsorgeeinrichtung sind bei den direkten Steuern in vollem Umfang als Einkommen versteuerbar. Kapitalauszahlungen (Barauszahlung, Vorbezug, Pfandverwertungserlös) sind als Kapitalleistungen getrennt vom Einkommen zu einem reduzierten Steuersatz zu versteuern. Bei Rückzahlung des Vorbezuges oder des Pfandverwertungserlöses kann der Steuerpflichtige innerhalb von drei Jahren die Rückerstattung für die damals geleistete Steuer beantragen. Bei solchen Rückzahlungen ist der Abzug vom steuerbaren Einkommen natürlich ausgeschlossen.

Quellensteuer
Für im Ausland wohnhafte Empfänger von Pensionen, Ruhegehältern oder anderen Vergütungen, wird vorbehältlich anderer Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuer erhoben. Schuldner der Quellensteuer ist die Vorsorgeeinrichtung.

Beschränkung des versicherbaren Lohnes
Der versicherbare Lohn oder das versicherbare Einkommen ist auf den zehnfachen oberen Grenzbetrag nach Art. 8 Abs. 1BVG (im Jahre 2013 CHF 842'400.-) beschränkt.

Informationspflichten der Vorsorgeeinrichtung
Die Vorsorgeeinrichtung informiert die versicherte Person

  • über die Steuerpflicht bei Vorbezug für Wohneigentum und Pfandverwertung
  • über den Anspruch auf Rückerstattung der bezahlten Steuern bei Pfandverwertung, bei Rückzahlung eines Vorbezugs sowie über die dafür zu beachtende Frist.

Sie muss der versicherten Person die Rückzahlung des Vorbezuges auf dem von der Steuerverwaltung herausgegebenen Formular bescheinigen.

Meldepflicht der Vorsorgeeinrichtung
Der Vorbezug, die Pfandverwertung sowie die Wiedereinzahlung des Vorbezuges oder des Pfandwerterlöses an die Vorsorgeeinrichtung muss die Vorsorgeeinrichtung innerhalb von 30 Tagen der Steuerverwaltung melden.

Ebenfalls wird die Auszahlung der Rente oder des Kapitals (z.B. bei einer Pensionierung) der Steuerverwaltung gemeldet.

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