Leistungen

Versicherte Leistungen

Im Bereich der beruflichen Vorsorge sind drei Leistungsarten versichert. Einerseits Leistungen beim Erreichen des Rücktrittsalters (Altersrenten oder Kapital) und andererseits Leistungen beim Eintritt eines Versicherungsfalles bei Tod oder Invalidität vor dem Erreichen des Rücktrittsalters (Hinterlassenen- und Invalidenleistungen).

Das BVG schreibt für diese drei Bereiche Mindestleistungen vor. Die meisten Pensionskassen erbringen aber Leistungen über diesen Minimalvorgaben. Für die Bestimmung der konkret versicherten Leistungen ist aus diesem Grund immer auch das Reglement der Pensionskasse heranzuziehen.

Je nach Art, wie die Pensionskassen die versicherten Leistungen definieren, wird zwischen Kassen mit Beitragsprimat und solchen mit Leistungsprimat unterschieden. Die meisten Kassen haben das Beitragsprimat.

  • Beitragsprimat: Die Leistung richtet sich nach der Höhe der geleisteten Beiträge (Altersgutschriften). Die zu leistenden Beiträge sind in Prozenten des versicherten Verdienstes definiert. Es besteht aber keine Garantie der Leistung im Verhältnis zum Verdienst.
  • Leistungsprimat: Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den vorgesehenen Leistungen. Diese Leistungen werden in % des versicherten Lohnes (z.B. 60%) definiert. Die notwendigen Beiträge werden nach versicherungstechnischen Grundlagen ermittelt.

Sparprozess und Altersguthaben

Nach den gesetzlichen Minimalvorgaben beginnt der Sparprozess ab Alter 25 und dauert bis zum Erreichen des Rücktrittsalters (Männer 65 und Frauen 64). Das Altersguthaben wird durch jährliche Altersgutschriften (nach Alter gestaffelt) und die geleisteten Einlagen (Freizügigkeitseinlagen beim Stellenwechsel) geäufnet. Das vorhandene Kapital wird verzinst. Der Bundesrat legt den Mindestzinssatz fest (für das Jahr 2013 beträgt der Zinssatz 1,5%). Die Altersgutschriften sind in Prozenten des versicherten Lohnes festgelegt. Die Höhe der Altersgutschriften richtet sich nach dem Alter einer versicherten Person. 

ptv - BVG Leistungen

Ein 25-jähriger Mann kann so ein Altersguthaben ohne Zins von 500% (10 Jahre zu 7%, 10 Jahre zu 10%, 10 Jahre zu 15% und 10 Jahre zu 18%) des versicherten Lohnes erreichen. 

Altersleistungen

Mit dem gesetzlichen Rücktrittsalter von 64 Jahren für Frauen und 65 Jahren für Männer entsteht ein Anspruch auf die Ausbezahlung der Altersleistung. Die Pensionskasse kann ab 58 Jahren die vorzeitige Pensionierung und bis 70 Jahre die aufgeschobene Pensionierung ermöglichen.

In der Regel wird eine Rente ausbezahlt. Die Pensionskasse muss aber zumindest den Bezug von ¼ des Guthabens in Kapitalform ermöglichen. Häufig kann bis 100% des Guthabens als einmalige Kapitalzahlung bezogen werden. Für die Geltendmachung eines Kapitalbezugs sind Fristen zu beachten.

Für die Kinder besteht bis zur Vollendung des 18. Altersjahres oder bei noch nicht abgeschlossener Ausbildung bis zur Vollendung des 25. Altersjahres der Anspruch auf eine Kinderrente.

Das bis zur Pensionierung gebildete Altersguthaben bildet die Grundlage für die Berechnung der Altersrente. Das Guthaben wird mittels des Umwandlungssatzes in die jährlich auszubezahlende Rente umgewandelt.

Altersleistungen

Invalidenleistungen

Damit eine Pensionskasse Leistungen erbringt, muss die versicherte Person im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit (und nicht etwa beim Beginn des Rentenanspruchs) bei dieser Kasse versichert gewesen sein.

In der Regel wird die Invalidenleistung als Rente ausbezahlt. Das Reglement der Pensionskasse kann die Kapitalleistung vorsehen. Renten von unter 10% der Mindestaltersrente der AHV werden in der Regel in Kapitalform ausbezahlt.

Die Pensionskassen richten sich zu den Fragen, in welchen Fällen und ab wann eine Invalidenrente bezahlt werden muss, grundsätzlich nach dem Entscheid der IV. Entsprechend besteht ab einer Arbeitsunfähigkeit von 40% und dem Ablauf eines Wartejahrs ein Anspruch auf Leistungen. Bezahlt eine Krankentaggeldversicherung für eine längere Dauer Taggelder, dann kann die Pensionskasse ihre Leistungen allenfalls bis zum Ablauf dieser Zahlungen aufschieben. Häufig richten Pensionskassen zudem bereits ab einer Arbeitsunfähigkeit von 25% eine entsprechende Teilrente aus.

Für die Kinder besteht bis zur Vollendung des 18. Altersjahres oder bei noch nicht abgeschlossener Ausbildung bis zur Vollendung des 25. Altersjahres der Anspruch auf eine Kinderrente.

Im Obligatorium richtet sich die Höhe der Rente nach dem im Zeitpunkt des Rentenbeginns vorhandenen Alterskapital sowie der Summe der zukünftigen Altersgutschriften ohne Zins. Dieses projizierte Altersguthaben wird mit dem Umwandlungssatz in die jährliche Invalidenrente umgerechnet.

Invalidenleistungen

Häufig wird von den Pensionskassen eine Rente in Prozenten des versicherten Verdienstes (z.B. 60%) versichert. Diese Rente wird bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters entrichtet, worauf dann auf der Basis des nachgeführten Altersguthabens eine Altersrente zur Auszahlung kommt.

Die Pensionskasse kann ihre Leistungen kürzen oder ganz unterbinden, soweit sie zusammen mit den Leistungen der anderen Versicherungen und anderen Einkünften 90% des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteigen. Diese Überversicherung liegt häufig vor, wenn die Unfallversicherung Leistungen erbringt. > Leistungskoordination

Hinterlassenenleistungen

Damit eine Pensionskasse Leistungen erbringt, muss die versicherte Person im Zeitpunkt des Todes oder bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zum Tod geführt hat, bei dieser Kasse versichert gewesen sein.

Dem überlebenden Ehegatten wird, soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, eine Rente ausbezahlt. Das Reglement der Pensionskasse kann die Kapitalleistung vorsehen. Renten von unter 6% der Mindestaltersrente der AHV werden in der Regel in Kapitalform ausbezahlt.

Der überlebende Ehegatte hat Anspruch auf eine Witwen- respektive Witwerrente, wenn er für eines oder mehrere gemeinsame Kinder aufkommen muss oder das 45. Altersjahr zurückgelegt hat und die Ehe mindestens fünf Jahre gedauert hat. Die Pensionskassen können die Lebenspartner dem Ehegatten gleichstellen. Sie können zudem nach einer zwingenden Rangfolge zusätzlich die folgenden begünstigten Personen vorsehen; wobei diesen Personen dann regelmässig ein Todesfallkapital und keine Rente ausbezahlt wird:

  • Natürliche Personen, die vom Versicherten in erheblichem Masse unterstützt wurden.
  • Die Kinder, die Eltern und die Geschwister der verstorbenen Person.
  • Die übrigen gesetzlichen Erben unter Ausschluss des Gemeinwesens (eingeschränkte Leistungen).

Für die Kinder besteht bis zur Vollendung des 18. Altersjahres oder bei noch nicht abgeschlossener Ausbildung bis zur Vollendung des 25. Altersjahres der Anspruch auf eine Waisenrente.

Im Obligatorium richtet sich die Höhe der Rente nach dem im Zeitpunkt des Rentenbeginns vorhandenen Alterskapital sowie der Summe der zukünftigen Altersgutschriften ohne Zins. Dieses projiezierte Altersguthaben wird mit dem Umwandlungssatz in die jährliche Hinterbliebenenrente umgerechnet.

Hinterlassenenleistungen

Häufig wird von den Pensionskassen eine Rente in Prozenten des versicherten Verdienstes (z.B. 40%) versichert.

Die Pensionskasse kann ihre Leistungen kürzen oder ganz unterbinden, soweit sie zusammen mit den Leistungen der anderen Versicherungen und anderen Einkünften 90% des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteigen. Diese Überversicherung liegt regelmässig vor, wenn die Unfallversicherung Leistungen erbringt. > Leistungskoordination

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