Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (ALV)

Zweck

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) sorgt bei Stellenverlust für ein angemessenes Ersatzeinkommen und bemüht sich um eine rasche Wiedereingliederung der Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Ebenso kann sie bei Kurzarbeit oder wetterbedingten Arbeitsausfällen den Unternehmen mit finanziellen Beiträgen helfen, schwierige Zeiten zu überbrücken und so Stellen zu erhalten.

Geschichtliche Daten

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Arbeitslosen-, Hilfs- bzw. Unterstützungskassen ins Leben gerufen. Darauf folgte 1924 das erste Bundesgesetz über die Subventionierung der Arbeitslosenkassen. Mit der Revision des Wirtschaftsartikels in der Bundesverfassung wurde 1947 die Grundlage für eine Arbeitslosenversicherung geschaffen, welche 1951 ohne gesamtschweizerisches Obligatorium eingeführt wurde. 1976 folgte der erste Verfassungsartikel, der 1984 zum Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG) führte.

Statistische Angaben

200720082009201020112012
Arbeitslosenquote 2.8 2.63.73.52.8 2.9
Ø Arbeitslose 109'189 101'725 146'089 151'986 122'892 125'594
Ø Stellensuchende 167'659 154'438 204'070 215'524 179'693 178'425
Taggeldbezüger 261'341 244'030 302'826 322'684 288'518 262'591
Ø Ausgesteuerte 2'140 1'659 1'782 2'362 3'921 2'714
in Mio. CHF
Gesamtertrag 5'065.1 5'411.6 5'777.9 5'716.1 7'208.0 6'954.0
Gesamtaufwand 5'043.6 4'793.9 7'242.7 7'421.2 5'580.5 5'786.0
Darlehensschulden 4'800 4'100 5'600 7'400 6'000 5'000
Lohnbeitrag  2.0% 2.0% 2.0% 2.0% 2.2% 2.2%
Solidaritätsbeitrag 0 0 0 0 1.0% 1.0%
in Mio. CHF
Arbeitslosenentschädigung 3'503.0 3'272.8 4'781.6 5'439.4 4'157.9 4'279.0
Kurzarbeitsentschädigung 11.9 17.9 997.3 538.8 96.4 158.0
Schlechtwetterentschädigung 14.1 20.8 76.5 72.5 27.7 98.0
Insolvenzentschädigung 7.5 12.0 28.9 27.2 21.9 37.0
Verwaltungskosten 590.7 572.1 639 685.4 676.4 663.0

 

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)

Organisation

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ist verantwortlich für das Arbeitsvermittlungs- und Arbeitslosenversicherungsgesetz. Die Kantone, die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV), die Logistikstellen für arbeitsmarktliche Massnahmen und die Arbeitslosenkassen sind mit dem Vollzug beauftragt.

Die Beiträge für die ALV werden über den Beitragsinkasso-Apparat der AHV/IV/EO zusammen mit diesen Beiträgen eingezogen. Sie gelangen vom Arbeitgeber über die AHV-Ausgleichskassen zur Zentralen Ausgleichsstelle der AHV. Von dort werden sie in den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung überführt, der die finanzielle Basis für den gesamten Leistungsbereich bildet. Die Verwaltung dieses Fonds liegt in der Hand des SECO.

Die über 100 von den Kantonen geführten regionalen Arbeitsvermittlungszentren haben folgende Aufgaben:

  • Beratung der Arbeitslosen und Vermittlung von Arbeit (Ansprechpartner für Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
  • Übernahme von Kontrollfunktionen
  • Vermitteln von arbeitsmarktlichen Massnahmen (Umschulung, Weiterbildung, Beschäftigungsprogramme, etc.)

Schnittstellen

Die ALV arbeitet eng mit der AHV im Bereich der Beitragserhebung, Abrechnung und Ausgleichsfonds-Verwaltung zusammen. In der Organisation und im Vollzug sind Schnittstellen zum SECO, den Kantonen mit ihren kantonalen Arbeitslosenkassen und regionalen Arbeitsvermittlungsämtern gegeben.

Für das Meldewesen ist die ALV auf die Arbeitgeber angewiesen. Diese sind zudem ein zentraler Partner bei der Suche und Vermittlung von Stellen für Arbeitslose.

Für die berufliche Vorsorge von Arbeitslosen wird mit der Stiftung Auffangeinrichtung zusammengearbeitet. Verunfallen arbeitslose Personen, wird dies über die SUVA abgewickelt.

Wer ist versichert?

Alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmenden zwischen 18 und dem ordentlichen AHV-Alter sind der ALV unterstellt, wenn ihr versicherter Verdienst durchschnittlich CHF 500.- pro Monat erreicht.

Nicht versichert sind die Selbständigerwerbenden.

Beiträge und Finanzierung

Die ALV wird durch Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber sowie den Subventionen von Bund und Kantonen finanziert. Im Unterschied zur AHV ist die Beitragspflicht auf einen Höchstbetrag begrenzt. Er orientiert sich am versicherten Verdienst in der obligatorischen Unfallversicherung von derzeit CHF 10'500.- im Monat bzw. CHF 126'000.- im Jahr.

Arbeitnehmende und Arbeitgeber bezahlen seit dem 1. Januar 2011 je 1.1% des für die AHV massgebenden Lohnes an die Arbeitslosenversicherung, bis zu einem Jahreslohn von maximal CHF 126'000.-.

Ab CHF 126‘001.- bis CHF 315‘000.- wird seit dem 1. Januar 2011 ein zusätzlicher Beitrag (Solidaritätsprozent) von je 0.5% erhoben. Dies entspricht total 3.2% auf dem AHV-pflichtigen Jahreseinkommen.

Leistungen

Die Arbeitslosenversicherung kennt fünf verschiedene Leistungsarten:

  1. Arbeitslosenentschädigung: Entschädigung des Einkommensausfalls bei Arbeitslosigkeit
  2. Kurzarbeitsentschädigung: Ersatz von Lohnkosten bei Kurzarbeit
  3. Schlechtwetterentschädigung: Ersatz von Lohnkosten bei wetterbedingten Arbeitsausfällen
  4. Insolvenzentschädigung: Einkommensersatz bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers
  5. Präventivmassnahmen: Beiträge an Massnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit (arbeitsmarktliche Massnahmen)

Arbeitslosenentschädigung
Die bedeutendste Leistung innerhalb der ALV ist die Arbeitslosenentschädigung (ALE). Von Arbeitslosigkeit betroffene Personen erhalten einen angemessenen Ersatz für den erlittenen Erwerbsausfall (70 oder 80% des vorherigen Verdienstes, plafoniert auf den höchst versicherbaren Verdienst von zurzeit CHF 126‘000.- jährlich). Die Anzahl Taggelder hängt vom Alter der Person, der Unterhaltspflicht und deren Beitragszeit innerhalb der Rahmenfrist ab. Die Entschädigung wird direkt von der zuständigen Arbeitslosenkasse an die Betroffenen ausbezahlt. Selbstständigerwerbende bezahlen keine ALV-Beiträge und sind nicht versichert.

Die ALE wird als Taggeld ausgerichtet. Ein volles Taggeld beträgt 80% des versicherten Verdienstes, zuzüglich allfällige auf den Tag umgerechnete gesetzliche Kinder- und Ausbildungszulagen. Die allgemeine Wartezeit beträgt fünf Tage nach der Anmeldung beim Arbeitsamt. Bei besonderen Umständen kommt eine verlängerte Wartefrist zur Anwendung. Liegt eine Pflichtverletzung der versicherten Person vor, können als Sanktionsmassnahme sogenannte Einstelltage verfügt werden.

Das Taggeld von Versicherten, die weder Kinderzulagen noch eine Invalidenrente erhalten, beträgt 70%.

Eine versicherte Person erhält Taggelder, wenn sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate ALV-Beiträge bezahlt hat. Die Taggelder selber können innerhalb von zwei Jahren ab dem ersten Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, bezogen werden (sogenannte Rahmenfrist für den Leistungsbezug). Je nach Beitragsdauer werden höchstens 200, 260, 400 oder 520 Taggelder ausbezahlt.

Seit dem 1. April 2011 sieht das Taggeldregime wie folgt aus:

Höchstens 90 Taggelderfür Beitragsbefreite
Höchstens 200 Taggelderunter Alter 25, ohne Unterhaltspflicht, mit Beitragszeiten von 12 bis 24 Monaten
Höchstens 260 Taggelderab Alter 25 mit Beitragszeiten von 12 bis 18 Monaten
Höchstens 400 Taggelderab Alter 25 mit Beitragszeiten von 18 bis 24 Monaten
Höchstens 520 Taggelderüber Alter 55 und mit Beitragszeiten von 22 bis 24 Monaten
Höchstens 520 Taggelderfür IV-Rentenbezüger mit Beitragszeiten von 22 Monaten

 

Arbeitslos ist

  • wer keine Arbeitsgelegenheit hat,
  • aber arbeiten will, arbeiten kann, arbeiten darf
  • und deshalb eine Arbeitsgelegenheit sucht.


Die versicherte Person hat Anspruch auf ALE, wenn sie:

  • ganz oder teilweise arbeitslos ist,
  • einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat,
  • in der Schweiz wohnt,
  • die obligatorische Schulzeit zurückgelegt, jedoch das Rentenalter der AHV noch nicht erreicht hat,
  • die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist,
  • vermittlungsfähig ist,
  • die Kontrollvorschriften erfüllt.


Kurzarbeitsentschädigung

Als Kurzarbeit wird die vorübergehende teilweise oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb bezeichnet. Die Kurzarbeitsentschädigung (KAE) dient dazu, vorübergehende, konjunkturell bedingte Arbeitsausfälle aufzufangen und somit die Arbeitsplätze zu erhalten. Sie soll den Arbeitgebern eine Alternative zu Entlassungen bieten.


Arbeitnehmende, deren normale Arbeitszeit um mindestens 10% verkürzt wird, haben Anspruch auf eine KAE wenn:

  • ihr Arbeitgeber für die Versicherung beitragspflichtig ist,
  • der Arbeitsausfall anrechenbar ist (wirtschaftliche Gründe),
  • das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt wird,
  • der Arbeitsausfall voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können.


Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er

  • auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist,
  • und je Abrechnungsperiode mind. 10% der Arbeitsstunden ausmacht, die von den Arbeitnehmenden des Betriebes normalerweise insgesamt geleistet werden.

Vom Arbeitsausfall wird in jedem Fall eine Karenzfrist von drei Tagen abgezogen.

Die KAE beträgt 80% des versicherten Verdienstes (max. von CHF 126'000.-) und wird innerhalb von zwei Jahren während höchstens zwölf Abrechnungsperioden (= ein Monat oder vier zusammenhängende Wochen) ausgerichtet.

Der Bundesrat kann bei andauernder erheblicher Arbeitslosigkeit die Höchstdauer der Leistungen um höchstens sechs Abrechnungsperioden verlängern. Diesen Entscheid hat er getroffen. Bis Ende 2013 beträgt die Höchstdauer achtzehn Monate.

Beabsichtigt ein Arbeitgeber KAE geltend zu machen, so muss er dies der kantonalen Amtsstelle mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit schriftlich melden.

Der Arbeitgeber muss die KAE vorschiessen und den Mitarbeitenden zum ordentlichen Termin überweisen. Ebenso sind die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge ordentlich zu entrichten.

Schlechtwetterentschädigung
Wie bei der KAE soll die Schlechtwetterentschädigung (SWE) dazu beitragen, dass Arbeitsverhältnisse nicht gekündigt werden. Sie kann nur in bestimmten Erwerbszweigen (z.B. Hoch- und Tiefbau, Berufsfischerei, Steinbruch) ausgerichtet werden, wenn in Folge schlechter Witterung die Fortführung der Arbeit technisch oder wirtschaftlich nicht möglich bzw. nicht zugemutet werden kann.

Insolvenzentschädigung
Bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers (Insolvenz) deckt die Insolvenzentschädigung (IE) den Verdienstausfall der Arbeitnehmenden für maximal vier Monate. Die IE wird nur für geleistete Arbeit ausbezahlt.

Beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen, haben Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn:

  • gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder
  • der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offensichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereitfindet, die Kosten vorzuschiessen, oder
  • sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben oder
  • die Nachlassstundung oder ein richterlicher Konkursaufschub bewilligt wurde.

Die IE deckt die Lohnforderungen für die letzten vier Monate vor Konkurs oder Pfändung des Arbeitgebers zu 100% bis zur Höchstgrenze des versicherten Verdienstes von zurzeit CHF 10'500.- monatlich oder CHF 126'000.- pro Jahr.

Für die Geltendmachung von IE sind Arbeitnehmende an kurze Fristen gebunden. Nach Ablauf dieser Fristen erlischt der Anspruch auf die IE. Genauere Informationen sind bei der öffentlichen Arbeitslosenkasse desjenigen Kantons erhältlich, in dem die Betreibung oder der Konkurs gegen den Arbeitgeber eingeleitet wurde.

Arbeitsmarktliche Massnahmen
Arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM) sind Leistungen der Arbeitslosenversicherung, die darauf abzielen, drohende Arbeitslosigkeit zu verhindern und existierende zu bekämpfen.

Die ALV fördert durch Finanzierungsbeiträge Beschäftigungs- und Qualifizierungsmassnahmen, die dazu beitragen, die Arbeitsmarktfähigkeit und Vermittelbarkeit von arbeitslosen Personen zu fördern oder zu erhalten. Dazu gehören Kurse und Programme zur vorübergehenden Beschäftigung, aber auch Übungsfirmen, Berufspraktika, Motivationssemester oder spezielle Massnahmen wie Einarbeitungs- oder Ausbildungszuschüsse.

Bei Massenentlassungen können präventiv besondere Abklärungs- und Qualifikationsmassnahmen für Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, durchgeführt werden. Ebenso können für die intensivere Vermittlung in den von Massenentlassung betroffenen Unternehmen betriebliche Arbeitsmarktzentren eingerichtet werden.

Aktuell

Neu soll auch auf Salären von über CHF 315'000.- ein Solidaritätsprozent erhoben werden, und zwar so lange, bis die ALV ihre Schulden getilgt und Reserven angelegt hat. Damit würden jährlich zusätzliche CHF 90 Millionen in die ALV fliessen. Der National- und Ständerat hat diesem Antrag im Jahr 2012 zugestimmt.

Revisionen

Die Arbeitslosenversicherung wurde seit ihrer Einführung im Jahre 1984 viermal revidiert.

Die 4. Revision im Jahr 2011 hatte zum Ziel, die ALV finanziell wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Sie beinhaltete eine Mischung aus Minderausgaben und Mehreinnahmen. Einerseits sind gezielt bestimmte Leistungen gekürzt, andererseits die Lohnabzüge von 2,0 auf 2,2% angehoben worden. Zum Abbau der Schulden wurde zudem ein Solidaritätsprozent eingeführt. D.h. alle Personen, die mehr als CHF 126'000.- pro Jahr verdienen, entrichten 1% mehr Beiträge.

Auf einen Eingriff in die Grundleistungen wurde bewusst verzichtet. Beitrags- und Bezugsdauer wurden enger aneinander gekoppelt. Für ein Jahr Beiträge gibt es neu ein Jahr Taggelder, statt wie bisher anderthalb Jahre. Bezahlt man anderthalb Jahre lang Beiträge, ist man für anderthalb Jahre versichert. Die Leistungsdauer für Beitragsbefreite, d.h. für Personen, welche keine Beiträge bezahlt haben, aber aus bestimmten Gründen trotzdem versichert sind (z.B. Studienabgänger), wurde von zwölf Monaten auf vier Monate gesenkt. Jugendliche sind in der Regel innert sechs Monaten wieder im Arbeitsmarkt integriert − also wesentlich schneller als alle anderen Altersgruppen. Aus diesem Grund wurde die Taggelddauer für Jugendliche unter 25 Jahren und ohne Unterhaltspflicht auf 200 Taggelder begrenzt.

FAQ

Wo bekomme ich allgemeine Informationen zur Arbeitslosenversicherung?
Auf der Website des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO):
www.seco.admin.ch

Viele hilfreiche Broschüren sind unter www.treffpunkt-arbeit.ch zu finden.

Wo bekomme ich Informationen für mein spezifisches Anliegen?
Wenden Sie sich an das zuständige RAV oder das Gemeindearbeitsamt.

Wie hoch ist mein Taggeld?
Sie erhalten pro Woche fünf Taggelder (Montag bis Freitag). Da die Anzahl der Werktage je nach Monat unterschiedlich ist, schwankt dementsprechend auch die monatlich ausbezahlte ALE (zwischen 20 und 23 Taggelder). Die Höhe der Entschädigung hängt vom AHV-pflichtigen Lohn ab, den Sie durchschnittlich in den letzten sechs oder – falls höher – in den letzten zwölf Monaten vor Ihrer Arbeitslosigkeit erzielt haben (versicherter Verdienst).

Sie erhalten eine ALE in der Höhe von 80% des versicherten Verdienstes,

  • wenn Sie Unterhaltspflichten gegenüber Kindern haben;
  • wenn Ihr versicherter Verdienst CHF 3'797.- nicht übersteigt;
  • wenn Sie eine Invalidenrente mit mindestens 40% IV-Grad beziehen.

In allen übrigen Fällen erhalten Sie eine Entschädigung in der Höhe von 70% des versicherten Verdienstes.

Wenn Sie Unterhaltspflichten gegenüber Kindern haben, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Kinder- und Ausbildungszulagen. Die Höhe der Zulagen richtet sich nach dem jeweiligen kantonalen Familienzulagengesetz.

Von der ALE sind die sozialversicherungsrechtlichen Beiträge und bei ausländischen Staatsangehörigen eventuell die Quellensteuern in Abzug zu bringen.

Was sind Wartetage?
Im Sinne eines «Selbstbehalts» wird die erste Taggeldauszahlung erst nach Ablauf der Wartetage geleistet. Als Wartetage gelten nur diejenigen Tage, an denen Sie sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.

Der Anspruch auf ALE beginnt grundsätzlich nach einer allgemeinen Wartezeit von fünf Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (ALV)

In gewissen Fällen haben Sie zusätzlich zu den allgemeinen noch folgende besondere Wartetage zu bestehen:

  • 1 Tag, wenn Sie vor Ihrer Arbeitslosigkeit eine Saisontätigkeit oder eine Tätigkeit in einem Beruf ausgeübt haben, in dem häufig wechselnde oder befristete Anstellungen üblich sind.
  • 5 Tage, wenn Sie von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, namentlich wegen langandauernder Krankheit, Mutterschaft, Unfall, Invalidität oder Tod des Ehepartners, Trennung, Ehescheidung, Aufenthalt in einer schweizerischen Anstalt, Rückkehr nach einem Arbeitsaufenthalt im Ausland.
  • 120 Tage, wenn Sie wegen Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung alleine oder in Verbindung mit einem anderen Befreiungsgrund von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind.

Was sind Einstelltage?
Wenn Sie Ihre Pflichten verletzen, werden Sie in Ihrer Anspruchsberechtigung vorübergehend eingestellt. Dies hat zur Folge, dass Sie während einer gewissen Zeit keine Taggelder erhalten.

Dies ist der Fall, wenn Sie

  • durch eigenes Verschulden arbeitslos sind.
  • sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemühen.
  • die Kontrollvorschriften/Weisungen des RAV nicht befolgen, namentlich eine zugewiesene zumutbare Arbeit nicht annehmen, eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antreten oder abbrechen oder die Massnahme beeinträchtigen oder verunmöglichen.
  • Ihre Auskunfts- und Meldepflichten verletzen.
  • zu Unrecht eine ALE erwirken (Versuch genügt).

Die Einstellung beträgt je nach Verschulden 1 bis 60 Tage. Als bestandene Einstelltage zählen nur Tage, an denen Sie sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Bei wiederholter Einstellung in der Anspruchsberechtigung wird die Einstelldauer höher ausfallen.

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